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HPV
Humane Papillomviren (HPV) sind weltweit stark verbreitet. Sie infizieren Haut- oder Schleimhautzellen und verursachen gutartige, aber auch bösartige Tumoren. Heute weiß man, dass für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) vor allem die HPV-„Hochrisisko- Typen“ 16 und 18 verantwortlich sind (über 75 Prozent der Fälle).
Die Viren werden durch direkten oder indirekten Hautkontakt – vornehmlich beim Geschlechtsverkehr – übertragen.
In Europa sterben jährlich etwa 15.000 Patientinnen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) (Quelle: Onkologie-Kongress ECCO, Paris, 2005). In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 6.500 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, fast 1.700 sterben daran (Quellen: GEKID 2006, Statistisches Bundesamt 2006). Ein Großteil aller Frauen macht im Laufe ihres Lebens – oft unbemerkt – eine HPV-Infektion durch, und das Immunsystem besiegt die Erreger. Bleiben die Viren aber im Körper, Mediziner sprechen dabei von einer persistierenden Infektion, kann sich im Laufe von mehreren Jahren Krebs entwickeln.
Ein weiteres durch HPV verursachtes Krankheitsbild sind Genitalwarzen (Kondylome; Feigwarzen). Für etwa 90 Prozent sind die HPV-Typen 6 und 11 verantwortlich. Die Erkrankung betrifft Männer und Frauen, vor allem junge Menschen.
Genitalwarzen zeigen sich zunächst in Form kleiner weißlicher Knötchen, die an Schamlippen und Penis, in der Harnröhre oder im Scheiden- oder Afterbereich auftreten. Seltener entstehen sie am Gebärmutterhals, in der Leistengegend oder an den Oberschenkeln. Die Inkubationszeit liegt bei mindestens vier Wochen bis zu mehreren Monaten.
Seit Herbst 2006 bzw. Herbst 2007 stehen zwei Impfstoffe gegen HPV zur Verfügung, die die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, der nach Infektion mit Papillomviren vom Typ 16 und 18 entstehen kann, verhindern. Die meisten Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs – etwa 75 Prozent gehen auf diese beiden Typen zurück.
Seit März 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) die Impfung gegen HPV als Standardimpfung für alle Mädchen von 12 bis 17 Jahren – am besten sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft werden. Dies wird von den Krankenkassen bundesweit bezahlt.
Im Jahr 2008 ging der Nobelpreis für Medizin an Prof. Dr. Harald zur Hausen für seine Entdeckung der Humanen Papillomviren als Erreger von Gebärmutterhalskrebs.
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Übertragung und Verbreitung von HPV
Humane Papillomviren (HPV) sind die häufigsten Viren, die sexuell übertragen werden. Etwa 80 Prozent der sexuell aktiven Männer und Frauen stecken sich im Laufe ihre Lebens mit HPV an.
Oft wird eine Infektion mit HPV allerdings nicht bemerkt, da sie keine Beschwerden hervorruft und in der Mehrzahl der Fälle innerhalb von 6 bis 18 Monten wieder abheilt. In diesem Zeitraum können sich jedoch Sexualpartner mit den Viren anstecken. Sexuell aktive und junge Menschen unter 30 Jahren infizieren sich am häufigsten. Mit steigendem Alter sinkt die Infektionsrate.
Laut dem Berufsverband der Frauenärzte (BVF) sind Schätzungen zufolge in Deutschland etwa 6 Millionen Frauen mit Humanen Papillomviren infiziert.
Humane Papillomviren können sich gesamten Genitalbereich aufhalten. Deshalb bieten Kondome keinen sicheren Schutz vor einer Infektion. Eine konsequente Verwendung von Kondomen kann jedoch das Risiko einer HPV-Infektion zumindest verringern und zudem vor anderen sexuell übertragbaren Erregern schützen.
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Verlauf einer HPV-Infektion
HPV-Infektionen verlaufen meistens ohne Symptome. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Frauen heilt die Infektion innerhalb von 6 bis 18 Monaten wieder ab, ohne dass sie überhaupt bemerkt wird.
In wenigen Fällen bleibt die Infektion länger bestehen (persistente Infektion) und kann im Falle von HPV-Hochrisiko-Typen über Zellveränderungen (Dysplasien, CIN) schrittweise zu Gebärmutterhalskrebs führen.
Zwischen der Infektion und der Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs liegen meistens Jahre bis Jahrzehnte. Deshalb stehen die Chancen gut, Krebsvorstufen frühzeitig zu erkennen und durch einen örtlichen Eingriff in der gynäkologischen Praxis dauerhaft zu entfernen.
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Risikofaktoren
Voraussetzung für die Entsehung von Gebärmutterhalskrebs ist eine Infektion mit Hochrisiko-Typen Humaner Papillomviren (HPV). Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, sich mit HPV anzustecken, sowie Faktoren, die das Risiko der Krebsentstehung zusätzlich erhöhen, weil sie das Immunsystem beeinflussen und damit auch die Fähigkeit des Körpers zur Selbstheilung.
Zu den Risikofaktoren gehören:
* Geschlechtsverkehr vor dem 16. Lebensjahr
* häufig wechselnde Sexualpartner (mehr als 5)
* Rauchen
* Geburten in jungem Alter und Anzahl der natürlich geborenen Kinder
* ungeschützter Geschlechtsverkehr
* Schwäche des Immunsystems (z. B. durch HIV-Infektion oder Organtransplantation
* Infektion des Genitalbereichs mit anderen Krankheitserregern
Das Zutreffen eines oder mehrerer dieser Faktoren bedeutet nicht zwangsläufig eine HPV-Infektion oder die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs. Frauen sollten sich jedoch des Risikos bewusst sein und sich regelmäßig beim Frauenarzt untersuchen lassen.




